Combuco
September 24th, 2008Hallo zusammen,
ich bin’s schon wieder. Ich kann gerade nicht in’s Wasser (warum, dazu später) also schreib ich Euch, was wir hier in Combuco bisher erlebt haben.
Ich hatte mir für Combuco vorab eine Unterkunft ausgeguckt, das Combuco-Guesthouse. Mit der Adresse bewaffnet haben wir uns vor 5 Tagen dann vom Busbahnhof in Fortaleza mit dem Taxi nach Combuco bringen lassen. Meine eigentliche Adresse war leider schon belegt, aber Mario, der Betreiber hat mittlerweile ein zweites Haus bauen lassen, das kurz vor der Fertigstellung steht und dort haben wir ein schönes Zimmer bekommen. Wir durften uns dann auch gleich mal am Frühstücksbuffet stärken, obwohl die Zeit dafür eigentlich schon rum war und man ja sonst am Anreisetag kein Frühstück bekommt. Insgesamt ein sehr gutes Gefühl, so freundlich empfangen zu werden. Haustiere haben wir hier auch, neben zwei großen Hunden einen jungen und eine kleine Katze, die sich aber noch nicht so ganz grün sind
Nachdem wir unsere Sachen verstaut und uns frisch gemacht hatten, gingen wir runter zum Strand um die verschiedenen Kiteschulen auf Herz und Nieren zu prüfen. Und davon gibt es hier mindestens 10 Stück. Hängengeblieben sind wir dann bei Cristof im Kitecenter Combuco. Da hier auch deutschsprachig unterrichtet wird landen fast alle Gäste, die ihren Urlaub im Paket buchen, an dieser Station.
Am nächsten Tag ging’s dann gleich morgens in’s Kitecenter um eine Reviereinführung und einen kleinen Theorie-Update-Kurs zu bekommen. Und dann, gegen Mittag, ging’s tatsächlich zum ersten Mal auf’s Wasser. Ich hatte etwas mit dem böigen Wind zu kämpfen, bin aber trotzdem ganz gut auf’s Board gekommen. Eines habe ich jedoch gleich am ersten Tag entschieden: Sollte ich diese Sportart weiterverfolgen, dann nur mit eigenem Material in Zukunft. Man verliert doch immer wieder den ersten Tag, weil man sich erst mal an den neuen Schirm und ein anderes Board gewöhnen muss. Trotzdem macht’s natürlich Spaß, auch wenn Haschi und ich noch viel zu verkrampft an die Sache rangehen.
Am nächsten Tag habe ich dann nur eine kurze Session eingelegt, da diese Woche der Kite-Weltcup in Combuco Station machte und ich mir die Gelegenheit, ein paar Profis aus nächster Nähe bei ihren neuesten Tricks zu beobachten, auf gar keinen Fall entgehen lassen wollte. Haschi wollte lieber seine eigenen Fahrkünste verbessern, so dass Bernd und ich uns auf den langen Weg bis zum anderen Ende des Strands gemacht haben und den "Big Air"-Wettbewerb verfolgt haben. Und es hat sich echt gelohnt! Das ist wirklich beeindruckend, wie die Jungs an ihrem Schirm abgehen und mit welcher spielerischen Leichtigkeit sie ihr Sportgerät beherrschen. Wie wenn es nichts einfacheres auf der Welt gäbe.
Am meinem dritten Kite-Tag wollte ich dann eigentlich mindestens zwei oder drei Stunden auf’s Wasser gehen um endlich mal so richtig einzusteigen, aber das kam dann leider ganz anders. Ich hatte etwas Probleme mit dem Schirm, der nicht ganz ausbalanciert war, also holte ich mir einen von Christofs Kitelehrern, um die Leinen zu trimmen. Das war auch gar kein größeres Problem, aber als mir der Typ den Kite in der Luft übergeben wollte, kam plötzlich eine Böe und er machte einen ziemlichen Satz weg von mir. Ich hatte allerdings die Sicherungsleine schon an meinem Trapez, so dass das ganze zu einer unkontrollierten Kite-Rotation direkt vor uns beiden im vollen Wind geführt hat. Bevor ich groß reagieren konnte wurden wir schon zwei-drei Meter durch den Sand gezogen, ich dummerweise den größten Teil davon auf dem linken Knie. Jetzt hab ich blöderweise eine nässende Schürfwunde am linken Knie und kann ein paar Tage nicht auf’s Wasser. Das ist natürlich insbesondere deswegen echt ätzend, weil wir hier die ganze Zeit super Wind und bestes Wetter haben. Naja, andererseits sollte ich wiederum froh sein, dass nichts ernstes passiert ist. Shit happens!
Heute Nacht musste Bernd übrigens leider wieder nach Hause, also haben wir uns gestern Abend nochmal richtig was gegönnt und sind nach Fortaleza in eine Churrasceria gefahren. Junge, junge, das war mal echt Schlemmen vom Feinsten! All-You-Can-Eat vom Buffet und das Fleisch wird immer frisch vom Grill an den Teller gebracht. Dazu einen feinen chilenischen Riserva und hinterher ‘nen leckeren Grappa. Da tut das Knie gleich nicht mehr so weh
Für Bernd war’s glaub ich ein toller Abschluss von 11 schönen Tagen in Brasilien. Hier kann man echt ‘ne schöne Zeit verbringen, auch als Nicht-Kiter. Und das Essen ist eh de luxe. Ich glaube, morgen um diese Zeit ist er schon wieder im kalten Deutschland.
Ich mach mich so langsam mal auf zur Kitestation und schau mal, ob der Haschi schon Höhe läuft
Bis zum nächsten Mal,
Euer Kirschi.

































































